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"...Wozu nimmt eine Cover-Band ein Album auf, und dazu noch live..?"
Ist ja doch alles nur geklaut musikalischer Eklektizismus auf allen Kanälen: Wozu also die Kopie dem Original vorziehen?
Nein, nein, so einfach ist das nicht!
Die sieben Musiker von „Do It Again“ sind allesamt Individualisten, haben in Jahrzehnten ihres Schaffens Eine eigene Sprache,eine eigene Handschrift, eine eigene Vorstellung von musikalischer Abbildung entworfen, entwickelt und realisiert. Anja Middeldorf (vocals), Helmut Hahnel (vocals), Martin „MaC“ Langwald-Machens (git, vocals), Dieter Kahlen (keys), Willi Anlahr (bass), Volker Janacek (drums) und Achim Rietzler (sax) beherrschen ihr Handwerk blind. Und die Band ist weitaus mehr als die Summe ihrer Einzelteile.
Mit Sorgfalt haben die Musiker die Songs für ihr Repertoire ausgewählt. Allesamt sind diese Stücke Edelsteine der Rock-,Pop,-Soul und Blues-Historie.
Da werden keine 08/15-Dampfhammer-Rocker durch den Fleischwolf gekurbelt, um das Publikum auf-Teufel-komm-raus
zum Abtanzen zu bringen. Nach der Devise: Immer schön auf die Zwölf! „Do It Again“ sind Ästheten, setzen auf die besonderen, auf die schwierigen auf die einzigartigen Kompositionen.Sie werden begutachtet, analysiert, regelrecht seziert, alsdann neu generiert.
Das ist wie im Blues und im Jazz: Songs weden als Klassiker begriffen, als Ausgangspunkte für eigene Interpretationen.
Was nicht heißen muss, dass die „Do-It-Again“-Versionen dem Original nicht verdammt nahe kommen können. Die feinen Zwischentöne machen den Unterschied.
"Do It Again“, der Titel des Steely-Dan-Klassikers schlechthin, ist zum Band-Manifest geworden.
Weil dieses Juwel aus den frühen Siebzigern alle Ingredienzien eines perfekten Pop-Songs in sich trägt und die Band
seine Neuauflage als große Herausforderung sieht. Aber auch, weil eine Aufforderung in den Worten steckt:
Macht´s noch einmal, Leute! Dieser Song ist zu groß und zu wichtig, als das sich nur ein Musiker-Kollektiv
Damit auseinandersetzte. Do it again also aber macht´s bitte auf eure Art.
Gleiches gilt für Songs von Sting, John Mayall, den Beatles, Crowded House, Joni Mitchell oder Alex Chilton:
Sie alle bekommen den „Do It Again“-Stempel aufgedrückt.
Auf der Bühne entfalten alle diese Titel ihre ureigene Power. Und die Band explodiert förmlich vor lauter Spielfreude.
Eine Sache des Herzens für das Septett:
Musik ist für das Publikum da, und jedes Live-Konzert soll zum Familienfest werden. Die Erinnerung daran wird nachher in Gedanken schön eingeschnürt und verstaut für die Ewigkeit. Also: perfektionistischer Anspruch an Arragement und Sound hier, Lust auf Live dort. Das konnte nur zu der wirklich faszinierenden Idee führen, ein Konzert vor Publikum im Tonstudio aufzeichnen. Diese CD ist der beste Beweis dafür, dass das Experiment gelungen ist. Es ist das Experiment einer außergewöhnlichen Formation.
Die Etikette „Cover Band“ wird „Do It Again“ jedenfalls nicht gerecht.
Dafür steckt viel zu viel „Original“ in dieser Gruppe und in diesem Album.
Uwe Plien 11/2005
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